Eine Mehrtagestour in drei Etappen auf der markierten Route Nr. 1 Alpine Bike, ausgehend von Göschenen nach Interlaken.
Am erstenTag von Göschenen via Wasser rauf zum Sustenpass. Auf der anderen Seiten runter bis nach Innertkirchen. Tag zwei in Innertkirchen los über die Grosse Scheidegg nach Grindelwald. Für die Schlussetappe gehts nochmals aufwärts auf die Kleine Scheidegg, dann runter über Wengen nach Lauterbrunnen. Zum Ausklingen gehts weiter bis nach Interlaken.
1. Etappe
Von Göschenen aus geht es zunächst nach Wassen. Die Strecke Nr. 1 Alpine Bike, welche in Andermatt startet, ist gut ausgeschildert. Verfahren kaum mögich. 😉
In Wassen biegt man ab in Richtung Sustenpass. Die offizielle MTB-Strecke verläuft meist unterhalt der Passstrasse, ist grösstenteils schön zu fahren. Man sollte sich bewusst sein, dass die letzten Höhenmeter (in meinem Fall geschätzte 400Hm…) nur für absolute Cracks grossteils fahrbar ist. Für die meisten gilt es schieben, schieben, etwas tragen (kurze Treppenphase). Es ist überlegenswert, bei Goretznettlen die Möglichkeit zu nutzen, auf die Passstrasse auszuweichen. Ich entschied mich für die harte Tour, und so kam ich ich den Genuss am heissesten Tag des Jahres gut 2 Stunden und 400Hm Bike und Gepäck den Berg hochzuschieben. Nach einer Stunde ist zwar ein Umstieg auf die Passstrasse möglich, aber wer nicht will… so kam ich irgendwann mal völlig ausgepowert auf der Passhöhe an. Das kühlte Getränk in der Beiz schmeckt in diesen Momenten speziell gut.
Von der Passhöhe gehts zunächst mal einige Kilometer der Passstrasse entlang talwärts. Es ist empfohlen, die Lichter zu montieren, da immer wieder kurze Tunnelabschnitte folgen können. Man sollte nicht vergessen auf die Ausschilderung der MTB-Route zu achten, denn es folgt die Abzweigung von der Passstrasse, und die restliche Strecke geht auf einer tollen Abfahrt weiter bis nach Innertkirchen. Da fährt man an einem Bikeshop vorbei, sollte man (wie in meinem Fall) einen schnellen Service oder Notfallreparatur benötigen. Die Übernachtung und das Nachtessen im Urweider kann ich wärmstens empfehlen!
2. Etappe
Am nächsten Morgen gings weiter in Richtung Grosse Scheidegg. Zunächst fuhr ich nicht der offiziellen MTB-Strecke weiter, sondern auf einer „normalen“ Velo Route (offiziell geht die erste Etappe des Alpine Biek nach Meriningen). Doch schon bald fliessen beide Strecken ineinander, und das Gepedaliere auf Asphalt geht problemlos weiter. Bis zur Schwarzwaldalp ist immer wieder mal auch eine Einkehr-möglichkeit vorhanden. Es Halt lohnt sich, um die Einfahrt in diese phantastische Bergwelt zu geniessen.
Für den Schlussspurt zur Grossen Scheidegg wird es teilweise etwas steiler, die Passagen sind jedoch nicht allzulange. Obwohl man weiterhin auf Asphalt fährt, fühlt man sich irgendwie abgelegen. Bis zur Grossen Scheidegg. Da herrschte an diesem schönen Freitag Mittag reges Treiben.
Von der Grossen Scheidegg hat man die Wahl, wie die Abfahrt nach Grindelwald aussehen soll. Der direkte Weg runter, Umweg über den Bachalpsee, oder sonst irngendwo runter. Ich entschied mich die dritte Variante, fuhr zunächst weiter auf der #1 bog dann aber mal auf eine der Strassen talwärts nach Grindelwald ab, wo es phasenweise sausteil abwärts ging, aber die Strecke direkt an meine Unterkunft führen sollte.
Alles in allem ein schöner Tag mit einfach fahrbarem aber forderndem Aufstieg, Abfahrt ohne grösseren Herausforderungen. Ankunft in einer herrlichen Bergkulisse.
3. Etappe
Die Schlussetappe von Grindelwald nach Interlaken war das eigentliche Ziel meiner Reise… Ich hatte mit der Kleinen Scheidegg noch eine alte Rechnung offen. Voller Ehrfurcht ging ich die Strecke an, verfuhr mich noch ganz zu Beginn des Aufstiegs. *facepalm*
Doch wie schon einige Jahre zuvor war das Klettern anstrengend, aber machbar. Doch wie schon zuvor kam im letzten Abschnitt das „Dessert“ auf den Tisch. Bis heute wusste ich nicht, ob ich damals schlichtweg zu ausgelaugt war oder nicht. Heute weiss ich, es musste nicht sein. Der Schlussabschnitt ist wirklich steil, die Unterlage schwierig mit Kies und Steinen (zudem das Gepäck). Bis auf einen magersüchtigen Spinner (und einige Cheat-Bikes) schoben auch heute alle ihre Bikes auf dieser Passage. Mein Gewissen war beruhigt.
Auf der Kleinen Scheidegg herrschte wie erwartet gut Betrieb, deshalb entschied ich, mir nur ein kühlen Getränk zu kaufen und weiterzufahren. Bei nächster Mögichkeit wollte ich meine Pause machen, welcher nach einigen Minuten Abfahrt bei grossartiger Berkulisse möglich war. Nach kurzem Rast ging es weiter auf der #1, immer den Schildern nach, bis nach Wengen. Die Schlussabfahrt nach Lauterbrunnen war steil, und zum glück nicht stark frequentiert mit Fussgängern.
In Lauterbrunnen angekommen lohnt es sich, den richtigen Standort für ein Foto zu suchen. Leider hatte ich die Zeit nicht, dennoch reichte es für einen Knipser der weltberühmte Felswand mit Kirche und Wasserfall. Das Szenaria ist atemraubend, das dachten sich wohl auch die anderen unmengen von Menschen im Ort.
Beim Parking biegt geht man links weg vom Trubel auf die andere Seite des Flusses, wo ein gemütlicher Weg entlang des Flusses in Richtung Interlaken führt. Gut 15km lang ist das Ausfahren bis zum Ziel. Endstation ist der Bahnhof Interlaken Ost.